Weltmeister – wie gerne hätte Ralf seinen Traum in der Saison 2003 erfüllt. Noch nie war es für ihn so leicht, den Titel zu holen! Er war knapp dran, und hat’s dann doch nicht geschafft – aus den verschiedensten Gründen. Die Saison war turbulent und aufwühlend, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.
Zwei Läufe vor Saisonende hatte das Team noch Chancen auf den Titel, Ralf allerdings nicht mehr. Beim Finale in Japan sorgten dann aber Wetterkapriolen im Qualifying dafür, dass Ralf nicht verhindern konnte, dass der Konstrukteurspokal anderweitig verliehen wurde. Allerdings: Zum Saisonauftakt hätte niemand geglaubt, dass BMW-Williams auf so hohem Niveau klagen würde. Mit 144 Punkten übertraf das Team deutlich das Vorjahresergebnis – 2002 hatten 92 WM-Zähler ebenfalls für den zweiten Rang in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure gereicht.
Bei der Präsentation am 31. Januar löste der FW25 Begeisterung aus. Er war eindeutig keine Weiterentwicklung seiner Vorgänger, er war eine innovative Neukonstruktion. Trotz enttäuschender Testergebnisse – der Motor von BMW war sensationell wie immer, doch aerodynamischer und mechanischer Grip waren zum Vergessen - blieb der Glaube an das neue Konzept ungebrochen. Und das Durchhaltevermögen zahlte sich aus. Mit großem Einsatz wurde der FW25 zu einem Siegerauto weiterentwickelt.
Beim siebten Grand Prix des Jahres war der Wagen unschlagbar: Ralf eroberte in Monaco die Pole Position, fiel im Rennen aber auf den vierten Rang zurück, während sein Teamkollege Juan Pablo Montoya das prestigeträchtige Rennen gewann. Der Knoten war geplatzt – es folgten erstklassige Grands Prix. In Kanada war nur Michael Schumacher schneller als Ralf, auf dem Nürburgring und in Magny-Cours stand er dann ganz oben auf dem Treppchen.
Dann die Trendwende: Ab Silverstone lief alles gegen Ralf. Platz 9 wegen eines zusätzlichen Boxenstopps. Im elften Rennen zum ersten Mal nicht in den Punkten – irgendwann musste die Serie wohl reißen. Dem Startunfall in Hockenheim folgte eine Geldstrafe, in Ungarn erreichte Ralf nach fulminanter Aufholjagd Platz vier - aus dem WM-Kampf war Ralf dennoch endgültig raus -, der Startverzicht nach Testunfall in Monza und dann das Pech in Übersee – es reichte auch 2003 für keinen Titel.